Mörfelden-Walldorf - Die UFO fordert für die Stewardessen und Stewards die 40-Stunden-Woche, Lohnfortzahlung im Krankheitsfall und im Urlaub, sowie einen grundsätzlichen Anspruch auf Pausen. Derzeit bekommen Flugbegleiter bei der Lufthansa nur eine sehr eingeschränkte Lohnfortzahlung im Krankheitsfall und im Urlaub, die ca. 25 % unter der Nettovergütung eines gesunden Flugbegleiters liegt. Auch müssen Flugbegleiter durch vermehrte „Corporate-Identity-Seminare“ Wochenarbeitszeiten von bis zu 55 Stunden ableisten. Dies will die UFO nunmehr auf maximal 40 Stunden pro Woche begrenzen, damit die Crews wieder ausgeruht und erholt auf die Flüge gehen.
Die UFO hält die Ermüdung und die Erschöpfung der Crew für ein Sicherheitsrisiko im Luftverkehr. Pausen sind bisher nicht geregelt, da das Bordpersonal nicht unter das Arbeitszeitgesetz fällt. Die Dienstpläne können fast beliebig - oft mit kürzester Vorlaufzeit - ohne Einflussnahme der Mitarbeiter verändert werden, was in der Summe eine Vereinbarkeit
von Beruf und Familie nicht mehr möglich macht und zu bedenklichen Problemen bzgl. ausreichender Erholungsphasen führt.
„Die Erfüllung dieser Punkte dürfte der Lufthansa eigentlich nicht schwerfallen, fordern wir doch fast ausschließlich kostenneutrale und eigentlich selbstverständliche Verbesserungen für das Kabinenpersonal und kommen dem Arbeitgeber damit auf unüblich deutliche Weise entgegen“, sagt Nicoley Baublies, Sprecher der Tarifkommission Lufthansa Kabine in Frankfurt am Main. „Wenn die Lufthansa beispielsweise monatliche Corporate-Identity-Seminare für so unverzichtbar für den Flugbegleiterberuf hält, dann soll sie sie in der Zukunft auch bezahlen. Viele Kollegen würden
viel lieber fliegen gehen, als diese Veranstaltungen abzusitzen.“
Mit ihrem Forderungspaket verzichtet die UFO ganz auf eine prozentuale Erhöhung der Gehälter und fordert stattdessen nur einen reallohnerhaltenden Festbetrag, der insbesondere den niedriger bezahlten jungen Flugbegleitern, die einen Stundenlohn von deutlich unter 10.- € im Wechselschichtbetrieb erhalten, mehr brächte als eine Prozenterhöhung und das ohne die Kassen
der Lufthansa damit über Gebühr zu belasten.
Da sich die Lufthansa bisher weigert Gespräche aufzunehmen oder gar ein Angebot vorzulegen, muss möglicherweise schon in den kommenden Wochen mit Warnstreiks der Flugbegleiter gerechnet werden. „Die UFO wird die Lufthansa nötigenfalls durch Warnstreiks an den Verhandlungstisch bewegen. Wenn die Arbeitgeberseite nichts zu verstecken hat, dann ist es unsäglich
ignorant, Gespräche vollständig zu verweigern und wenn weitere Einschnitte geplant sind, dann muss das Management das Rückgrat besitzen, diese Pläne offenzulegen“ erklärte Baublies.
Die Unabhängige Flugbegleiter Organisation (UFO) vertritt die Interessen von über 10.000 in Deutschland stationierten Flugbegleitern und Pursern aus 29 Luftfahrtunternehmen.
Foto: Carstino Delmonte/ Touristikpresse.net
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Pressedienst der UFOUnabhängige Flugbegleiter Organisation e.V.
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Kontakt: Joachim Müller, Tarifpolitik
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