Madrid - Ihre Entstehung geht auf den 4. April 1910 zurück, als König Alfonso XIII. mit einem Pickelschlag das Signal für den Abriss mehrerer Gebäude gab, um mit den Bauarbeiten für eine Prachtstraße zu beginnen, die zu einer der symbolträchtigsten Straßen der Stadt werden sollte.
Auf beiden Straßenseiten reihen sich zahlreiche Geschäfte aneinander. Boutiquen, Kaufhäuser, Cafeterias und Restaurants wechseln sich mit riesigen Kinopalästen und den besten Theatern Spaniens ab. Die Häuserfassaden zeigen alle Stile vom Neubarock bis zum Art Deco. Auf der Hälfte des Weges sticht das gigantische Gebäude der Telefónica ins Auge, der erste Wolkenkratzer Madrids. Auch das blendend weiße „Metropolis-Haus“ mit seiner Kuppel, auf der eine Victoria-Figur steht, beeindruckt die Flaneure.
Zum hundertjährigen Jubiläum der Gran Vía hat der Madrider Tourismusverband eine Reihe von Aktionen geplant, die Madridern und Touristen die Geschichte des Boulevards näher bringen sollen.
Am 6. Dezember wird eine neue Stadtführung mit dem Thema „100 Jahre Gran Via“, in Betrieb genommen. Bei einem Spaziergang auf der Gran Vía werden die Teilnehmer über die Veränderungen der Hauptschlagader der Stadt informiert, über die unterschiedlichen Architekturstile, die ihre Gebäude auszeichnen, welche Geschäfte sich im Lauf ihrer Geschichte gehalten haben oder welche Kultur- und Freizeiteinrichtungen sich etabliert haben. Ein spannender Teil der Führung sind auch die Erläuterungen zu den Prominenten, die die Gran Vía besucht und bekannt gemacht haben. Die Führung findet das ganze Jahr über jeden Sonntag um 12.00 Uhr in Spanisch und Englisch statt.
Eine weitere Initiative ist eine Foto-Schnitzeljagd, die unter dem Namen „Fotografie der Gran Via“ die Sehenswürdigkeiten der beliebten Madrider Allee zeigen. Die Teilnehmer finden in einer Broschüre eine Reihe von Hinweisen und kulturelle, architektonische und historische Details, mit Hilfe derer die gesuchten Gebäude oder Straßenabschnitte erst identifiziert und dann fotografiert werden sollen. Wer die Strecke erfolgreich absolviert hat, kann seine Fotos im Tourismus-Center von Madrid präsentieren, wo er ein Souvenir für seinen Gang durch die Hauptstadt erhält.
Zu Weihnachten wird die Gran Vía strahlend hell erleuchtet, um das erste Jahrhundert ihres Bestehens zu feiern. Die bunte Weihnachtsbeleuchtung ist ein Entwurf des Architekten und Designer Ben Busche, der die erste Einkaufs-und Ausgehmeile des zwanzigsten Jahrhunderts mit Skylinemotiven schmückt. Auch der Weihnachtsbaum an der Red de San Luis wird in Anlehnung an die ersten Wolkenkratzer der damaligen Zeit dekoriert.
Foto: Carstino Delmonte/ Touristikpresse.net
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