Mainz - Gerade ist bekannt geworden, dass mehrere Nordsee-Anrainerstaaten, darunter Deutschland, ein gemeinsames Hightech-Stromnetz schaffen wollen, um Ökostrom verschiedener Quellen optimal zu den Verbrauchern zu bringen. Denn bis 2020 sollen nach dem Willen der EU 35 Prozent des Strombedarfs aus erneuerbaren Energiequellen gedeckt werden. Dazu muss man vor allem ins Netz investieren. Die „hitec“-Dokumentation „Das Stromnetz von morgen“ zeigt an einem Pilotprojekt in der Nordsee, wie regenerativer Strom über lange Strecken verlustarm transportiert werden könnte.
Windparks weit draußen auf offener See und solarthermische Anlagen in heißen Regionen Afrikas sollen die Energieversorgung der Zukunft sichern. Dieser Strom entsteht genau dort, wo keine Menschen leben. Um den Strom verlustarm über Hunderte von Kilometern zu befördern, muss neue Technik eingesetzt werden: die Umwandlung von Wechselstrom in Gleichstrom. Ein deutsches Pilotprojekt zeigt schon heute, wie das Stromnetz der Zukunft aussehen könnte: Weiter weg als je zuvor entsteht in der Nordsee ein riesiger Windpark – 120 Kilometer vor der deutschen Küste. Der erzeugte Strom muss über 200 Kilometer quer durch das Meer und Norddeutschland transportiert werden, um ins Netz eingespeist zu werden. Um den Windstrom verlustarm ans Land zu befördern, wird die Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung genutzt. Dafür wird nicht nur ein spezielles Unterseekabel durch die Nordsee verlegt, der Strom muss zudem mitten auf hoher See umgewandelt werden. Eine Weltpremiere. Die weltweit längste Anbindung eines Offshore-Windparks mit Gleichstromtechnik könnte Deutschlands erster großer Schritt in ein Stromnetz der Zukunft sein, gespeist aus erneuerbaren Energien.
Die „hitec“-Dokumentation „Das Stromnetz von morgen“ von Gabriele Rose erklärt die neue Technik und fragt nach, wo die neue Übertragungstechnik eingesetzt werden soll und warum die großen Energiekonzerne immer noch vor einer großen und längst überfälligen Modernisierung der Stromnetze zurückschrecken.
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