Ihre persönliche Zukunft sehen die Deutschen ebenfalls deutlich zuversichtlicher (54 Prozent) als die Entwicklung des Landes. Denn nur jeder Fünfte (21 Prozent) empfindet Zuversicht beim Gedanken an die Zukunft Deutschlands. Für die Zukunft ihres Privatlebens mit Abstand am optimistischsten sind auch hier wieder die Baden-Württemberger (69 Prozent). Die Schleswig-Holsteiner belegen mit 63 Prozent zuversichtlicher Antworten den zweiten Platz, die Hessen mit 60 Prozent Platz drei. In Sachsen-Anhalt ist der Optimismus für die eigene Zukunft mit 42 Prozent bundesweit am niedrigsten. Hier ist seit dem Frühjahr 2008 (48 Prozent) die persönliche Zuversicht um sechs Prozentpunkte gesunken.
Ein Vergleich der Bundesrepublik Deutschland mit den anderen untersuchten europäischen Ländern zeigt: "Die Deutschen sind nicht die Miesepeter Europas. Denn wenn es um die persönliche Zukunft geht, sind nur die Österreicher noch zuversichtlicher", so Brettschneider. Bemerkenswert: Das Bundesland Baden-Württemberg hat sogar bessere Werte als alle befragten europäischen Staaten. In keinem der insgesamt zehn untersuchten Ländern sind die Menschen optimistischer sowohl bei der Einschätzung der aktuellen Situation im Privatleben als auch bei der persönlichen Zuversicht für die kommenden zwölf Monate als die Menschen im Südwesten Deutschlands.
Wachsende Sorge bei den gesetzlichen Vorsorgesystemen
Nach wie vor zeigen sich Männer zuversichtlicher als Frauen. Das gilt für das Privatleben ebenso wie für die Perspektiven Deutschlands. Am optimistischsten, was die eigene Zukunft (68 Prozent) und die Zukunft Deutschlands (31 Prozent) angeht, sind junge Menschen bis zum Alter von 20 Jahren. Auch Befragte über 65 sehen die weitere Entwicklung des Landes recht positiv (27 Prozent). Am skeptischsten für die Perspektiven Deutschlands ist die Altersgruppe der 21- bis 30-Jährigen (20 Prozent).
Wenig verwundert, dass die Zuversicht mit der Höhe des Einkommens wächst: Wer am meisten verdient, zeigt auch die höchste Zuversicht. Und die größten Zuversichtsfaktoren der Deutschen überhaupt sind nach wie vor: das Zuhause (80 Prozent) sowie die Familie und Freunde (65 Prozent). Was die Situation der Arbeitsplätze betrifft, gehen die Meinungen auseinander: Für den eigenen Job ist fast jeder Zweite (48 Prozent) - wenn auch im längerfristigen Vergleich mit Schwankungen - optimistisch. Während die Sicherheit der Arbeitsplätze generell sehr viel skeptischer eingeschätzt wird: Nur jeder Fünfte (21 Prozent) glaubt an deren Stabilität.
Am sorgenvollsten sind die Antworten zur gesetzlichen Pflege- und Krankenversicherung (vier Prozent) sowie zur gesetzlichen Rente (vier Prozent). Damit ist die Zuversicht der Deutschen in die staatlichen Vorsorgesysteme an einem Tiefpunkt angelangt. "Die Bürger scheinen zunehmend zu erkennen, dass die umlagefinanzierten sozialen Sicherungssysteme des Staates an ihre Grenzen stoßen. Wem das bewusst ist, der kann hinsichtlich dieser Systeme auch nicht mehr zuversichtlich sein," sagt Ulrich Rumm, Vorstandsmitglied der Allianz Deutschland AG. Und ergänzt: "Dass die Deutschen im internationalen Vergleich beim Thema persönliche Versorgung bei Krankheit und Pflegebedürftigkeit Platz vier belegen, stimmt allerdings positiv. Mehr als in anderen Ländern scheint sich hierzulande die Erkenntnis durchgesetzt zu haben, dass private Vorsorge unerlässlich ist."
Über den Allianz Zuversichtsindex
Basis des Allianz-Zuversichtsindex, einer gemeinschaftlich durchgeführten Studie der Allianz Deutschland AG und der Universität Hohenheim, sind repräsentative monatliche Befragungen mit je 500–1000 Interviewpartnern. Die insgesamt 2000 Interviews, die im zweiten Quartal 2008 in Deutschland durchgeführt wurden, erfassen jeweils sechs persönliche und gesellschaftliche Dimensionen der Zuversicht. Der Allianz Zuversichtsindex bildet den Durchschnitt dieser Zuversichten ab.
Die aktuellen Ergebnisse des Allianz Zuversichtsindex sowie Trends, die sich daraus ablesen lassen, werden der Öffentlichkeit in der Regel vierteljährlich vorgestellt. Im zweiten Quartal 2008 liegt der Durchschnittswert des Allianz Zuversichtsindex im Vergleich zum ersten Quartal 2008 stabil. Basis für die europäischen Befragungen waren Telefoninterviews in den Monaten Mai und Juni mit jeweils 1000 Befragten in den Ländern Deutschland, Frankreich, Griechenland, Italien, Kroatien, Österreich, Portugal, Russland, Spanien und der Türkei.