Im BSI werden derzeit die Betriebssysteme Windows XP und Debian GNU Linux zu etwa gleichen Teilen auf den Arbeitsplatzrechnern eingesetzt. Um mit Microsoft Office auf Linux basierten Systemen einsetzen zu können, wurde beim BSI das Emulationsprogramm Crossover Office genutzt. Diese aufwändige Kombination konnte nur eine zeitlich begrenzte Lösung darstellen. So reifte im BSI der Gedanke, die Bürosoftware von Microsoft durch eine Alternative zu ersetzen. OpenOffice.org als quelloffene Software schien perfekt zur Open-Source-Strategie der Behörde zu passen.
Bei der Umstellung in Richtung Open Document Format (ODF) kamen nur die Produkte OpenOffice.org und StarOffice 8 in Frage. Letztlich entschied man sich für die kommerzielle Variante StarOffice der Firma Sun, um herstellernahen Support und Unterstützung im Bereich Patchmanagement zu bekommen.
Da mit dem Wechsel auf das neue Programm auch ein Umstieg auf das offene Dateiformat ODF einherging, war neben der Schulung der Mitarbeiter die Umstellung der hausinternen Dokumentenvorlagen die größte Herausforderung. Bei der Einführung beraten und unterstützt wurde die Behörde durch den Leverkusener Sun Partner SCAI GmbH. „Wir haben eine Vielzahl von Dokumentenvorlagen, die vom ganzen Haus genutzt werden“, erklärt Marc Schwis vom BSI. „Ein Großteil der unter Microsoft Office erstellten Dokumentenvorlagen konnten mit minimalem Aufwand nach ODF konvertiert werden. Nur eine geringe Anzahl erforderte eine umfangreichere Überarbeitung. Dies traf vor allem auf komplex aufgebaute Vorlagen zu.“
Jeder Mitarbeiter des BSI konnte an einer zweitägigen Einführungsveranstaltung teilnehmen, in denen die Grundlagen von StarOffice Writer erläutert wurden. Auch zur Präsentationssoftware Impress und der Tabellenkalkulation Calc wurden Lehrgänge durchgeführt. „Der Schulungsaufwand wäre bei einem Update auf Microsoft Office 2007 wohl nicht geringer gewesen “, sagt Falko Tesch vom StarOffice Produktmanagement bei Sun. „Da die Bedienung von StarOffice stärker der Benutzerführung der alten Microsoft Office Generationen ähnelt, ist es für viele Nutzer sogar einfacher, sich an StarOffice zu gewöhnen.“
In der täglichen Arbeit fällt die Umstellung kaum mehr auf. „Ab und zu passiert es natürlich noch, dass ODF-Dateien an Personen verschickt werden, die mit Microsoft Office arbeiten und nur Unverständnis zurück kommt“, fasst Schwis zusammen. „Aber unser Standard-Versandformat ist ohnehin PDF, in das man aus StarOffice wesentlich komfortabler exportieren kann als das früher möglich war.“
Durch die enge Zusammenarbeit zwischen Sun, SCAI und dem BSI können in zukünftigen StarOffice Versionen nun barrierefreie PDF-Dokumente problemlos erstellt werden. Damit dürfte StarOffice eine der ersten Office-Lösungen sein, in der dies ohne Schwierigkeiten möglich ist. Seit 2002 haben blinde und sehbehinderte Menschen einen Rechtsanspruch darauf, mit Behörden barrierefrei kommunizieren zu können, weshalb diese Funktion besonders im Bereich der öffentlichen Verwaltung von großer Bedeutung ist.
Und so fällt das Fazit positiv aus. Mit StarOffice hat das BSI seine Schlüsselanforderungen erfüllen können: Unterstützung offener Standards und Kompatibilität mit Linux und Windows. „Wir sind zufrieden – sowohl mit dem Programm, als auch mit der Zusammenarbeit mit Sun und SCAI“, resümiert Schwis.
über Sun Microsystems
Sun Microsystems (JAVA) entwickelt Informationstechnologie für die globale Wirtschaft. Mit der Vision "The Network is the Computer" treibt Sun die Verbreitung des Internets voran und konzentriert sich auf offene Innovationen, Entwicklung von Communities sowie die Marktführschaft bei Open Source. Sun ist in mehr als 100 Ländern vertreten. Mehr Informationen zum Unternehmen unter www.sun.de.
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